Die letzten Tage vor der Sommerpause

Nach unserem Sommerfest ging am Montag Morgen im KinderWald das Feiern weiter; Johanna wurde vier Jahre alt. Für unsere Sommergeburtstagskinder Flora-Marie und Helena hielten wir die Feier quasi auch noch im „Alten KinderWald Jahr“. So kam es, dass wir am Montag, Dienstag und Mittwoch ein Geburtstagsritual zelebrierten, welches den Kindern bereits nach kurzer Zeit sehr vertraut war.

Ein Vater berichtete mir, dass seine Tochter am Nachmittag der ersten Feier den Jahreskreis im Kinderzimmer nachbaute und für ihren Papa das Ritual nachspielte.

Die persönlichen Geburtstagsbücher kamen nun ebenfalls erstmals zum Einsatz. Die Kinder trugen darin ihre zu Hause mit den Eltern vorbereiteten Bilder der ersten Lebensjahre, welche nach jedem Flug um die Sonne, sprich nach einem Jahr, den andern Kindern mit großer Freude gezeigt wurden.

Beim Sommerfest war es eher nicht so einladend ohne Schuhe zu gehen, dafür kam unser Barfußweg in der letzten Woche dann doch  noch zum „Fußkuss“. Anfangs lud er die Kinder eher dazu ein die Rinden, Steine und die Stöckchen von ihrem Ort zu entfernen – es gäbe ja unendlich viele Möglichkeiten wofür Kinderhände solch schön sortiertes, orthogonal angelegtes Material verwenden könnten 😉 Mittlerweile laufen die Kinder mit ihren nackten Füßen über die Naturmaterialien und erfreuen sich an den unterschiedlichsten Empfindungen, die sie dabei über ihre zarten Kinderfüße wahrnehmen. Was ich letzte Woche noch zum ersten mal beobachten konnte war, dass plötzlich ein „A“  mit Wasser von Kinderhand auf der Malwand zu sehen war.

 

 

 

Als Finn-Franziskus das Rattern eines Traktorenmotors von der Ferne hörte und zu seiner riesengroßen Freude dieses Geräusch mitsamt seines Verursachers noch dazu immer näher kam, war er der erste der sich an den Rand der Wiese setzen wollte. Das duftende Heu und der Traktor mit dem Kreiselwender lockte auch die anderen Kinder zu uns rauf und binnen zehn Minuten saßen wir alle beim „Traktorfernsehen“. Die Gitarre war natürlich schnell vor Ort, als von den Kindern Signale kamen, dass sie singen möchten. Nach einigen Versuchen hatten wir ein neues Lied. Es heißt „Traktorfernseh´n“.

(Was hör ich denn da, was rattert da so, brbrbrbr….Der Traktor er fährt über`s Land. Herr Mittmannsgruber winkt uns mit der Hand. Er wendet das Heu auf der Wiese, damit die Ziegen frisches Futter kriegen. Jipi jipi je, jipi jipi je, Traktorfernseh´n macht uns Spass. Jipi jipi je, jipi jipi je wir schauen ihm zu.)

Diese Stimmung kann ich wahrscheinlich hier kaum mit Worten beschreiben, man muss es spüren….trotzdem möchte ich versuchen, den LesernInnen einen Bruchteil dessen, was ich im KinderWald zu diesem Moment erleben durfte, zugänglich zu machen: angenehme Sommerfrische, die Unbeschwertheit der Kinder, die Entspanntheit von uns Erwachsenen, die staubigen, duftenden Wolken die durch den Kreiselwender in den Himmel stiegen-sie ließen die Sonnenstrahlen einzeln sichtbar werden, das Rattern des Traktors, das Lachen der Kinder, …..

An dieser Stelle fällt mir der Slogan eines Getränkeherstellers ein:

“Ein Sommer wie damals  🙂 “.

Diese Erinnerungen an meine eigene Kindheit sind für mich ein Schatz im Herzen und ich wünsche mir, dass es auch unseren Kindern gelingt, solche Schätze in ihr Herz zu legen…

Ich wünsche allen Familien, Freunden und Bekannten einen schönen Sommer!

 

Birgit Laister

(Mutter von Flora-Marie und Finn-Franziskus, Co-Betreuerin und Mitgründerin)


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