Flötenbau und Ziegennachwuchs!!!

 

Die Ziegenmama braucht jetzt viel Futter

Die erste Nachricht, die mir die Kinder heut am Morgen beim Sammelplatz mitteilten war, dass die Ziegen zwei Babys bekommen haben!! „Aha, jetzt ist mir klar, warum die schwarze Ziege so einen runden Bauch hatte!“ Vom Parkplatz bis zum Basisplatz erzählten die Kinder aufgeregt, freudig und mit strahlenden Augen von den kleinen Ziegen, die sogar noch die Nabelschnur dran hatten! Ausnahmslos alle Kinder hatten es so eilig wie noch nie, den Rucksack so schnell wie möglich in den Bauwagen zu bringen, um in Folge  den kleinen Neuankömmlingen einen morgendlichen Besuch abzustatten. Schnell ein bisschen hartes Brot aus dem Ziegenfuttersack und rasch beschritten wir den Weg zu unseren vierbeinigen Freundinnen und Freunden.

Wo sind denn die Ziegenbabys?

Die Mamaziege wartete schon sehnsüchtig auf das leckere Brot. Als Dankeschön zeigten sich die niedlichen, tollpatschigen, sich in ihren ersten Kletterversuchen übenden Paarhuferbabies. An den Augen der Kinder war sichtbar und spürbar, welch großes Wunder sich hier ereignet haben muss….

Ach ja, und dann war da noch die Sache mit den Flöten, von der ich Euch berichten möchte: Unsere Betreuerin Lisa übte sich die letzten Tage mit der Herstellung einer kleinen Flöte aus Holundergehölz. (Lisa schnitzt immer wieder gerne neben den Kindern. Sie ist dabei ganz in der Nähe der Kinder und kann sie gut wahrnehmen – die Kinder fühlen sich aber relativ unbeobachtet. Das tut ihrer Selbstständigkeit irgendwie recht gut. Sie regeln inzwischen die meisten ihrer Konflikte und kleineren Probleme gut selbst. Kurzum: sie checken sich zunehmend weite Teile ihrer gemeinsamen Zeit selbst. 3,5-Jährige – ganz nebenbei gesagt. Wenn Lisa merkt, dass sie gebraucht wird, ist sie sofort für die Kinder da.)

Zurück zu den Flöten! Da muss man neidlos anerkennen: Nach mittlerweile geschätzten fünf Prototypen gelingen die schon beachtlich gut! Wie zu erwarten und zu unserer großen Freude, wuchs auch in den Kindern allmählich die Neugierde und der Wunsch, eine Flöte aus den Zweigen der Holunderstauden zu bauen. „Ihrer Holunderstauden“, die ihnen schon so lange wertvolle BegleiterInnen waren. Zuerst, als sie den Waldrand von Tag zu Tag mehr mit ihren weißlich schimmernden  Dolden zierten. Dann, als sie aus diesen Dolden den besten Holunderblütensaft der Welt zauberten. Und auch zur Anfertigung von Stempeln und Holzperlen haben sich die Hölzchen schon bestens bewährt. Und jetzt noch als Draufgabe: kleine Flöten!!! Das nennen wir einen ergiebigen Ernteertrag!!!

WaldKinder-Schnitz-Kunst

Nach einigen Versuchen und teilweiser Unterstützung von Lisa schafften die Kinder heute drei kleine Hollerflöten 🙂
Und nicht nur das: Während Maxi, Flora-Marie und Lisa emsig  an den Instrumenten arbeiteten, entstand in mir der Wunsch, ein zu diesem Thema passendes „Flötenbaulied“ zu entwickeln. Inspiriert von der Ruhe der Natur, probierte ich  mögliche Melodien auf meiner Gitarre. Dann waren da noch die interessierten Kinder, die kurz dazukamen und das eine oder andere Wort zur Komposition beitrugen. Und fertig war unser neues KinderWald-Lied. Wir vereinbarten dann noch, an welchen Liedstellen die Flöten so richtig doll zum Einsatz kommen sollten und los ging’s: Begeisterung und Glücksgefühle durchfluteten die Kinder- und Erwachsenenherzen, als das Gitarren-Flöten und Stimmentrio durch die warme Sommerluft emporstieg, um schließlich im  Schatten spendenen Blätterdach der Bäume zu versiegen.

Flötenprobespiel

höchste Konzentration

„Wir bauen eine Hollerföte, hier im Kinderwald.
Die Lisa hat´s uns vorgemacht, und zeigt es uns nun bald. …
Refr.: Wir schwitzen und schnitzen, im Sommerkinderwald! Wir pfeifen, und schleifen wir Kinder vom Kinderwald!“

Es war wieder einmal ein wunderschöner Vormittag. Danke!
(Birgit Laister, Co-Betreuerin)

PS: Was braucht man zum Flötenbau?: Einen Hand-Holzbohrer, Leim, Schleifpapier, ein kleines Messerchen. Zuerst mal schälen wir den Zweig, dann wird er ausgehöhlt. Und dann das Mundstück geschnitzt und eingepasst.


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