Rusty war da

Schon das zweite mal durfte der Therapiebegleithund Rusty die Kinder im Kinderwald besuchen, fühlte sich schon an, als würde er dazu gehören.

Wo die jüngeren Kinder noch langsam und recht strukturiert in das Regelsystem eingeführt wurden, durften die älteren Kinder schon frei und kindzentriert mit ihm arbeiten.

Von Leckerli verstecken, Kommandos üben oder einfach nur spielenspielenspielen war alles dabei – manche sind dabei auch weit über ihre Grenzen hinaus und haben ihre Ängste bewältigt!

Der Wissenstand der Kinder über das Thema Hund hat sich immens erweitert…

…denn liebe Erwachsene wisst IHR warum sich ein Hund über die Lefzen schleckt, warum Frauchen manchmal mit dem Clicker klickt oder warum es unhöflich ist, wenn man einem Hund in die Augen sieht? Seht ihr! Fragt doch die lieben Hundeprofi-Kinderlein!

Spaß beseite – das spannenste für mich war, das Wissen, dass sich Kinder das ganze Jahr über behalten haben! (Zeitspanne zwischen erstem und zweitem Besuch: Frühjahr 2017 – Frühjahr 2018) An manche Fakten haben sie sich bis ins kleinste Detail erinnert, sodass mehrfache Wiederholungen naheliegend wären. Die waren aber nicht da.

Für mich ein kleiner, feiner Beweis, wie tief sich Wissen durch tiergestützte Pädagogik hirnorganisch verankert und wie sinnvoll vermehrter Einsatz von Hunden in Kindergärten und Schulen Sinn machen würde!

In diesem Sinne – ein fröhliches Wau und liebe Grüße,

Conny (der aufrechte Part des Therapiebegleithundeteams)

Sommerfest 2018

… welch ein Geschenk! Normalerweise heißt es ja immer „wenn Englein reisen…“. In unserem Falle
war’s ein „… wenn Englein ein Sommerfest feiern…“. So viele uuurliebe KinderWald-Menschen!
Babies, junge Kinder, Eltern, Großeltern, Pädagoginnen. Alle waren sie da und voll dabei! Als wir den
KinderWald 2011 gegründet haben, hätten wir’s uns fast nicht schöner ausmalen können, als es jetzt
ist, echt! Es ist wirklich erfüllend und wie ein Geschenk, zu erleben, dass hier immer wieder neue,
lässige, weltoffene und sehr individuelle Leut’ mit ihren Kindern zusammenkommen, um miteinander
zu sein. Klar, neben Kind 1 und Baby lässt sich’s nicht sooo leicht ein Sommerfest feiern, wie damals
ohne Kinder. Aber diese Umstände berücksichtigend, haben wir wirklich entspannt und genussreich
gefeiert. Klar, dazwischen mal Kind 1 getröstet, Kind 2 vertröstet und Baby gestillt…, aber dennoch
war die Festlichkeit des Festes durchgängig spürbar. Das meine ich mit „lässige Leut“, die ganz und
respektvollst mit ihren Kindern im Leben stehen. In einem Leben, in dem Kinder wirklich wichtig sind
und in dem diese Eltern sich immens weiterentwickelt haben, um nun beides, Kinder und
Entspanntheit, Lockerheit, Weltoffenheit und individuelle Lebensqualität zu leben. Unser Sommerfest
bot uns allen wieder eine große Vielfalt an Erleb- und Genießbarem. Da wurde gesungen, gewurlitzert
(ja, die Kinder haben ausnahmsweise für die Erwachsenen auf Wunsch gesungen & gespielt),
kräutergewandert, geschmaust, gespendet und wortgespendet, sich mit den Kindern gefreut, sich
nette Erwachsenengespräche gegönnt, geslacklined und Gummistiefel-weitgeworfen, ehe am
Lagerfeuer und bei improvisiertem Lagerfeuergemusiziere Stockbrot und Wurst gegrillt und von den
Kindern physikalisch-pyromanisch experimentiert wurde. Der prognostizierte Regen deutete sich 3x
kurz an, brach dann aber erst um 01:00 Uhr morgens NACH dem gelungenen Fest über Linz herein.
Ja, eben, wenn Englein feiern… 😉

Montessori im Kinderwald: Winter und Sommer

Ein Interview mit den Begleiterinnen Doris und Gerti.

Ruth: Es gibt ja im Kinderwald in den kalten Monaten den Indoor-Montessori Raum. Warum habt ihr den initiiert?

Gerti: Maria Montessori ist eine ganz besondere Reformpädagogin. Ihre Pädagogik ist ganz nahe am Kind, sieht das Kind in seiner Ganzheitlichkeit und greift das auf, was Kindern im hier und jetzt in ihrer Entwicklungsphase wichtig ist. Zusätzlich zur vorbereiteten Umgebung des Waldes wollten wir daher auch eine vorbereitete Umgebung des Indoorbereiches schaffen.

Ruth: Was ist denn das Besondere an dem Montessori Material?

Doris: Für Maria Montessori war ein wichtiger Satz „Hilf mir, es selbst zu tun“, das hat einmal ein Kind zu ihr gesagt. Was wir mit den Kindern indoor unter anderem machen, sind lebensnahe, lebenspraktische Sachen. Die Kinder lernen Alltagsdinge selbst zu machen, werden dabei unterstützt, möglichst bald selbstständig zu werden, damit sie nicht immer auf die Hilfe von einem Erwachsenen angewiesen sind. Bei Montessori-Material gibt es auch immer eine Selbstkontrolle, das heißt die Kinder brauchen hier auch keinen Erwachsenen der ihnen sagt, ob sie richtig oder falsch gearbeitet haben, sondern sie merken das selber und können sich dann selbst korrigieren.

Gerti: Montessori nimmt die Kinder in ihren sensiblen Phasen ganz stark wahr und bietet genau das Material an, das für sie passt. d.h. die Kinder holen sich genau das Material, das sie inspiriert und sie in ihrer sensiblen Phase anspricht. Z.B. Wenn gerade Zahlen ein sensibler, wichtiger Punkt sind, greifen sie zu dem Zahlenmaterial und vertiefen sich, kommen in einen Flow und nehmen gar nichts anderes wahr, und haben innerhalb kürzester Zeit diese Lernschritte gemacht, die sonst in einer mühseligen Arbeit später mal in der Schule passieren würden. Diese passieren hier in einer ganz entspannten, lustvollen Atmosphäre.

Ruth: Gibt es bei euch im Montessori-Raum so etwas wie „Lieblingsmaterialen“ der Kinder?

Gerti: Es gibt schon Lieblingsmaterialen, aber prinzipiell gibt es jeden Mittwoch, an unserem Montessori-Tag ein Material, das neu vorgestellt wird, das ist dann manchmal der Renner, aber Dauerrenner sind z.B. die römische Brücke, die die Kinder sehr herausfordert. Da wird mit Hölzern über einen vorkonstruierten Bogen ein Bogen gebaut und dann wird die Konstruktion unterhalb weggeschoben, wenn alles gebaut ist. Das ist dann ein großes Aha-Erlebnis für die Kinder, ob die Brücke steht, oder nicht. Das ist jedes Mal etwas ganz Bezauberndes, Besonderes.

Die römische Brücke.

Doris: Auch das Lesekrokodil verwenden sehr viele Kinder. Mit 4 Jahren beginnt ja in etwa die sensible Phase für Symbole, da ist oft zuerst das Schreiben und dann das Lesen lernen aktuell. Beim Lesekrokodil ziehen die Kinder einen Zettel mit Buchstaben heraus, es kommt immer ein Buchstabe dazu, und hinten ist dann die Selbstkontrolle, da steht z.B. Wiese und hinten ist dann eine Wiese aufgezeichnet. Wir verwenden hier viele „waldische“ Begriffe.

Das Lesekrokodil.

Gerti: Aber auch die einfachen Materialen wie Löffeln und Schütten von einem Gefäß in ein anderes haben immer wieder einen Reiz. Das bietet man so an, dass zuerst mit großen Schüttgegenständen wie Kastanien, bis später zu ganz feinen wie Linsen und Wasser gearbeitet wird. Das passiert immer bewusst von links nach rechts, weil das auch die Schreibrichtung in unserer Kultur ist.

Doris: Was auch spannend ist für die Kinder, ist mit der Pipette zu arbeiten. Dabei gibt es z.B. in einer Klarsichthülle Figuren, Formen, Zahlen oder Buchstaben mit Punkten und dann nimmt man die Pipette und macht genau dort einen Tropfen Wasser auf die Punkte. Am Schluss wird es dann wieder weggewischt. Das ist auch ein wichtiger Aspekt bei der Montessori Arbeit, dass die Kinder den Platz wieder so verlassen, wie sie ihn vorgefunden haben, damit das nächste Kind sich wieder orientieren und starten kann.

Arbeiten mit der Pipette.

Gerti: Bei Montessori hat jedes Kind einen Arbeitsbereich, einen Teppich. Jedes Kind holt sich einen Teppich und ein Material und räumt das Material auch wieder dorthin zurück, wo es war. Es gibt aber auch Materialien bei uns im Kinderwald, an denen mehrere Kinder gleichzeitig arbeiten, z.B. das Hunderterbrett, Gummiringerlspannen oder die römische Brücke. Dort begleiten auch oft die Kinder, die es schon können, die neuen Kinder.

Ruth: Was ist eure Rolle als Begleiterinnen?

Gerti: Wir Beleiterinnen sind eher im Hintergrund. Wir bieten Material an und bereiten die Umgebung vor und geben Hilfe zur Selbsthilfe. Sonst halten wir uns so viel es geht zurück bzw. animieren auch die Kinder, dass sie sich gegenseitig unterstützen, denn das ist für beide Seiten bereichernd.

Doris: Ein Material, das gerade auch sehr spannend für die Kinder ist, ist das Prickeln. Dabei haben wir für jedes Kind einen Zettel mit dem jeweiligen Namen in Großbuchstaben vorbereitet, darauf sind Punkte wo die Kinder dann alle Löcher prickeln, und dann den Namen nachnähen.

Gerti: Das Ziel das man in diesem Fall erreicht ist die Feinmotorik, eine Schreibmotorik. Dieses ganz gezielte Arbeiten an einem Punkt erfordert höchste Konzentration, Feingefühl, Feinmotorik und Ausdauer. Die Kinder haben einen enormen Spaß und Motivation dabei, weil es einfach so lustvoll ist, das was entsteht zu sehen, spüren. Die Ziele, die wir verfolgen sind prinzipiell ganz individuell darauf abgestimmt, wo die Kinder gerade in ihrer Entwicklung sind. Eine Zeitlang gab es ein großes Interesse an Zahlen – das Zählen, und später das herausfordernde Addieren und Subtrahieren. Wir haben eine Additionsschachtel gestaltet: eine Zündholzschachtel, wo in der Mitte nicht ganz durchgehend ein Steg ist mit 5 Kugeln darin. Die Schachtel kann dann zugemacht und geschüttelt werden, und wenn man sie aufmacht sind dann z.B. 3 Kugeln auf der einen und 2 auf der anderen Seite oder andere Kombinationen. Immer wieder aber ergibt es 5. Die Kinder haben dann Addition und Subtraktion mit Kärtchen nachgelegt. Dieses Material ist dann für Kinder, die schon wissen, dass es ein „dazu“ und ein „weg“ gibt eine lustvolle Möglichkeit die Addition und Subtraktion nachzuvollziehen.

Rechnen mit der Additionsschachtel.

Ruth: Für welches Alter ist das Montessori-Material?

Gerti: Im Moment haben wir eher nur die älteren Kinder mitgenommen, aber grundsätzlich ist es für alle gedacht, nach und nach haben wir auch jüngere Kinder mitgenommen die interessiert sind. Bis Ende April waren wir an unserem Montessori-Tag indoor, ab Mai wieder outdoor. Dort werden dann auch die jüngeren Kinder von unseren Experten, den älteren Kindern, gemeinsam mit uns begleitet, um die Outdoor-Materialen, und auch die robusteren Indoor-Materialen, einzuführen.

Die Kinder arbeiten in den warmen Monaten outdoor mit Montessori Material.

Doris: Das ist auch einer der Gründe warum wir in den nasseren Monaten einen Raum gemietet haben, weil Materialen dabei sind, die draußen kaputt oder verloren gehen können.

Gerti: Abschließend kann man sagen, dass Montessori-Pädagogik eine ganz feine Ergänzung zur Natur-und Waldpädagogik ist, rundet alles ab und fokussiert nochmal in einer anderen, intensiven Form als Bereicherung.

Ruth: Vielen Dank für das Interview!

Masterarbeit: Entscheidungsräume als Entwicklungsräume

Beitrag von Petra Ackerlauer

Ich und andere reflektierte Pädagoginnen[1] gehen davon aus, dass echte Teilhabe in Alltagshandlungen, auch Partizipation genannt, eine Grundvoraussetzung für Lernen ist. Geht man einen Schritt weiter, so interessiert man sich, wie eine solche Teilhabe im Kindergarten gelingen kann. Bringen die Kinder die nötige Reife mit? Wenn Kinder mitentscheiden dürfen, ist dann noch ein geordneter Betrieb möglich? In welchen Bereichen macht es Sinn den Kindern Entscheidungen zu überlassen oder gemeinsam mit ihnen zu entscheiden?

Ich durfte im Zuge meiner Masterarbeit einige Wochen im Kinderwald mit diesen Fragestellungen im Kopf beobachten und viele Fragen stellen. Besonders sah ich mir die Bereiche Jause, kreative Tätigkeit und Aushandlungsprozesse an. Bringt die Waldumgebung Möglichkeiten mit sich, Kindern andere Entscheidungsräume zur Verfügung zu stellen als eine „herkömmliche Innenraumumgebung“?

Beobachtungen und Interviews zeigten, dass sowohl die besondere Waldumgebung, als auch die Haltung der Pädagoginnen zur Öffnung von Entscheidungsräumen – aber auch das Wissen um die Wichtigkeit ihrer Begrenzung – qualitativ hochwertige Entscheidungs- und Entwicklungsräume für Kinder schaffen. Die Waldumgebung fordert die Kinder durch die Offenheit und Unstrukturiertheit des Materials, durch das Vorhandensein unterschiedlicher Frei-„Räume“ und durch die Herausforderung und Spielaufforderung der Umgebung in den verschiedenen Jahreszeiten zu vielfältigen kreativen und kommunikativen Handlungen heraus. Die durch die Pädagoginnen gesetzten Entscheidungsräume beinhalten vor allem Entscheidungen und Verantwortung für die Dinge, die sie persönlich betreffen (Essen, Spiel, kreative Ideen). Diesbezüglich konnte ich vor allem die vorbereitete Umgebung, aber auch die gelebte soziale Praxis sowie die individuelle Begleitung als raumgebend beobachten. In der Begleitung  nehmen die Pädagoginnen solche Entscheidungen wahr, die in die Verantwortung des Erwachsenen fallen, und nehmen den Kindern solche nicht weg, die eine Lernchance darstellen, sondern „begleiten“ diese falls notwendig. Besonders bei Aushandlungsprozessen bekommen Kinder dadurch täglich die Möglichkeit selbstverantwortlich und partizipierend Lernerfahrung zu sammeln.

Die dort geschaffenen Räume werden so für Kinder als Übungsräume bereitgestellt. „Konflikte“, „Auseinandersetzungen“ und „Lösungssuche“ werden als Teil des Kindergartengeschäfts betrachtet anstatt als lästige Unterbrechung. Diese Räume stellen wertvolle Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder dar, Möglichkeiten zur Entwicklung von Aushandlungskompetenzen, Verantwortlichkeit, Integrität und Mitgefühl sich selbst gegenüber im Falle von Ablehnung. Die Untersuchung machte deutlich: Aushandlungskompetenzen können nur durch selbst gemachte Handlungen von Kindern gelernt werden. Ich sehe es daher als problematisch, elaborierte Aushandlungs- und Konfliktkompetenzen bei Kindern bei Kindergarteneintritt vorauszusetzen und bei entsprechenden Schwierigkeiten sie als „Defizite“ zu betrachten, und freue mich, an diesem Standort eine Praxis vorgefunden zu haben, die den Kindern während ihrer Kindergartenzeit die Möglichkeit einräumt, Aushandlungserfahrungen mit Gleichaltrigen zu machen.

LINK: Poster Masterarbeit Ackerlauer


[1] vgl. Colberg-Schrader, Hedi (2000): Partizipation von Kindern – auch schon im Kindergarten?

Ankommen im KinderWald

von RUTH,
Mutter eines neuen,
jungen KinderWald-Kindes.
„Eigentlich war unser erster Kontakt mit dem Kinderwald schon recht früh – als Lotta es sich noch in meinem Bauch gemütlich machte. Als frisch Zugezogene suchte ich nach reformpädagogischen Angeboten in Linz und stieß dabei auch die Homepage des Kinderwaldes (und hinterließ sogar einen Gastkommentar). Zwischen Windeln, Schlafdefizit und den vielen Freuden der ersten zwei Jahre geriet er wieder fast in Vergessenheit – und doch sind wir über (Wald-)Spielgruppen und KleinKinderWald, Gespräche und verschiedene Umstände, hier gelandet – oder vielleicht treffender formuliert: hineingewachsen.
Nach ersten Besuchen im Sommer ging es dann auch darum, dass Lotta immer mehr von uns Eltern losgelöst in den Kinderwald hineinwachsen durfte. Während ich ruhige Spätsommervormittage mit der (meist schlafenden) jüngeren Baby-Schwester auf der Wiese in Kinderwald-Reichweite verbrachte, konnte Lotta neue Bande knüpfen und sich verschiedenen Herausforderungen stellen.
Manchmal waren diese von Tränen begleitet, doch immer wurde sie liebevoll begleitet, und auch ich wusste sie gut aufgehoben.
Mittlerweile, nach einem Monat, sucht sich Lotta selbst ihren Platz im Morgenkreis, holt sich mit ihrer Jause Kraft für den Vormittag, und ich weiß dann, ich kann mich verabschieden.
Und wenn sie dann oft, mit Gatsch an jeder freien Körperstelle, und mit einem Strahlen in den Augen den Berg hinunterwandert, wissen  wir: Es passt. Für uns alle. Lotta darf ganz sie selbst sein und wir freuen uns für sie und mit ihr auf diese Zeit im Kinderwald.“
Ruth

Es lebe das freie Spiel!!! (Buchempfehlung: Zimpel)

„Freies Spiel“ ist – wie Prof. André Frank Zimpel betont, in Wirklichkeit DIE kindgemäße Form des Lernens! „Freies-Spielen macht schlau!“, betont er und erörtert im gleichnamigen Buch die Formen und Verläufe von Spielentwicklungsphasen. Er betont: Spielen ist kindliches Lernen! Das freie, kindliche Spiel ist insofern eine geniale Lernform, weil sich die Kinder darin im Rahmen ihrer selbst definierten Ansprüche (die sie oft nicht so gut verbal formulieren können, aber die recht vielfältig in ihnen da sind) und Ziele Schritt für Schritt vorwärtsbewegen. Kein Spiel ist umsonst. Genauso, wie die junge Katze beim -zigfachen Attackieren selbst angestubster Kastanien ihr Tun intuitiv für ihr erfolgreiches Erwachsen-Katzen-Leben perfektioniert, verhält es sich auch bei Kindern. Der Wille und das von innen gegebene Bedürfnis, dazuzulernen, ist in hohem Maße einfach da. Was es braucht, sind geeignete Umgebungen, wenig Ablenkung und Störfaktoren und offene, Sicherheit gebende Erwachsene, die diesen Prozess begleiten und sich Orientierung und Grenzen bietend einschalten, wenn dies angemessen erscheint. Nicht zu früh und nichts vorwegnehmend. Auch hier wieder nach dem Motto „ich helfe Dir, es selbst zu tun“. Damit bilden sie ein Fundament für ihr späteres, im abstrakter werdendes Lernen aus. Erst, was ich im wahrsten Sinne des Wortes begriffen, erlebt UND mit eigenen Augen gesehen habe, wird von meinem Gehirn „stabil und längerfristig“ gespeichert bzw. sogar integriert. Und eben diese „stabil durch konkretes Tun mit konkretem Material“ untermauerten Fundamente in den verschiedenen Lernbereichen bilden gemeinsam ein unglaublich tragfähiges Gesamtfundament im Gehirn unserer Kinder, auf dem sie ein Leben lang aufbauen können. Dieses Fundament trägt alles, was an geistigen Herausforderungen auf den jungen Menschen zu kommt. Damit gleichzeitig auch die Persönlichkeit des Kindes eine gute Verwurzelung und Fundierung erfährt, braucht es die respektvolle, wertschätzende und empathische Begleitung durch nahestehende Erwachsene. Das ist es, was wir an unserer Schule wirklich groß schreiben!!!

Damit wird deutlich und bestätigt, dass es den Kindergehirnen und dem ganzen Kind nur wenig dient, wenn „die Kindheit“ mit mehr und mehr abstrakten Lernformen befüllt wird. Und alles, was ein Kind konkret und aus eigenem Antrieb macht, hilft ihm dabei „sich selbst zu erschaffen“ (anstatt ständig von einer Führungsperson durch’s Leben geführt werden zu müssen). Es hilft dabei, unabhängig und selbstbestimmt zu werden/sein. Diese Entwicklung verläuft langsam und folgt ihrer eigenen, individuellen Ordnung. Eine Ordnung, die auch Maria Montessori studierte und respektierte. Entsprechend bieten wir unseren Kindern in Montessori-Manier Tätigkeiten an, für oder gegen die sie sich entscheiden können. Befindet sich ein Kind in einer sensiblen Phase für eine bestimmte nächsten Entwicklungsschritt, reagiert es (meist) wie ein Magnet auf diese Angebote und baut sie wiederum als „freies Spiel mit freier Entscheidung“ in die eigene Entwicklung ein.

Fasching, oder was?

2016 FaschingHund„WAS IST LOS?“, fragte sich der Hund…
„… wenn der Feuerwehrmann dem Gespenst wegen eines gestohlenen Weihnachtsbaumes hinterherläuft und das Marienkäferlein heute mal rote Lippen – passend zum Flügelkleid – trägt?“

Und was ist los, wenn der Ritter seinen eben erst besiegten Drachen stolz als Gesichtsbemalungs-Trophäe präsentiert?

2016 FaschingDrache

Genau, erraten!: Dann hat die Waldelfin zum Faschingsfeste im Kinderwald geladen! Und da sind sie zahlreich gekommen: Die Häsin und der Hund. Die Eisprinzessin, der Feuerwehrmann und der Zwerg. Die Katze und der Marienkäfer. Und sogar das grüne Glitzermonster hat es an diesem besonderen Tag einrichten können, vorbeizuglitzern. Zur Eröffnung hat die Waldelfin sich wieder etwas Besonderes ausgedacht.

2016 FaschingWaldelfinDabei hatte sie doch nur Mais und Öl in dem Topf über dem Feuer erhitzt, während sie ihre neueste Geschichte zum Besten gab… doch dann sind > plop, plop, plop < lauter kleine weiße Wölkchen herausgehüpft. Und wie die dufteten. Erst zaghaft und dann wegen ihrer Köstlichkeit immer gieriger, bedienten sich die Gäste an dem Überraschungsmahl. Danach ging es den großen Berg hinauf, um am Waldrand all jenen die Chance zur faschingsgetreuen Schminkung zu geben, die es bisher noch zu wenig bunt getrieben hatten.  

2016 FaschingSchneefrauDie Schneefrau (selbst erst noch nur mit einer Karotte im Gesicht verziert) bot dafür ihre künstlerischen Dienste an, bevor auch sie selbst dem kreativen Tun der Hexe erlag. Und dann? Der Höhepunkt, das große Festmahl am Sonnenplatz. Da wurde bei zarten Elfen-Gitarrenklängen gemampft, geschlürft und großzügig der mitgebrachte Kuchen geteilt. Natürlich durfte auch eine weitere Elfen-Geschichte nicht fehlen…

2016 FaschingRunde

 

Wir werden uns wohl noch lange daran erinnern, wie verwundert der Rabe über das bunte Treiben war und wie er erst allmählich zu verstehen begann, was Fasching eigentlich bedeutet… Jene, die fertiggeschmaust hatten, begannen in Waldfaschingsmanier bunte Konfetti aus  Blättern zu reißen, um sie sodann zu ihrem Lieblingslied im Winde tanzen zu lassen.

2016 FaschingKonfetti

Die Freude war groß! Und wie. Zum Schluss wurde noch Anlauf genommen. Nicht aber, um zu eruieren, wer denn nun der/die schnellste sei. Nein. Um herauszufinden, wer beim Festmahl so viel gefuttert hatte, um den Berg wirklich faschings-manierlich hinunterrollen zu können.

Großen Dank allen Beteiligten für das schöne Fest und nicht zuletzt ein Danke an die Wetterzuständigen, die für diesen besonderen Tag die Sonne herself zum Feste bemühen konnten.

2016 FaschingalleEs war mir eine Freude, dabei gewesen zu sein. Mir, der Fotografin alias Laura (ob ich auch verkleidet war…? 😉


 

 

Was leistet der „KleinKinderWald“ für Eltern?

Aus Sicht der Achtsamkeitsarbeit wertvoll am Format des KleinKinderWaldes ist, dass Eltern bewusst oder unbewusst eine andere innere Präsenz aufbauen, indem das Sein und Atmen in der Natur ihnen erleichtert, die Dringlichkeiten und Nöte des Alltags weiterziehen zu lassen und mehr und mehr im Moment zu sein. Dieser Zustand bringt Erleichterung, lässt die innerlich ständig gespannten Federn pausieren. In diesen Pausen wird es möglich, die innere Verbindung zu sich selbst und zum eigenen Kind wieder klarer zu spüren. Eine wertvolle Voraussetzung für jenen inneren Shift, der es Eltern ermöglicht, sich und den Kindern wieder (noch) mehr mit Mitgefühl und Einfühlung zu begegnen und so aus der manchmal dominanten Problemsicht rauszukommen. Zumindest für ein Weilchen und vielleicht für immer länger. Mal sehen, was sich uns im weiteren Verlauf des KleinKinderWaldes sonst noch offenbart.

Wir freuen uns!