Bewegung ist das Tor zum Lernen

Neurophysiologin Dr. Carla Hannaford (2013) betont einmal mehr den unauflösbaren Zusammenhang zwischen vielfältiger körperlicher Bewegung und der bestmöglichen Entwicklung des Vestibularsystems im Gehirn.

2014 Linz KKW Sprung

Das Vestibularsystem (Gleichgewichtssystem) ist die Pforte zum bewussten Gehirn. Der Vestibularapparat ist verantwortlich für allerlei fundamentale Fähigkeiten, auf denen sämtliches späteres Lernen aufbaut:

  • Gleichgewicht
  • Fortbewegung
  • das Erkennen sprachlicher Unterschiede beim Sprechen und Hören
  • die Koordination von Sehen mit Bewegung…

2015 Klettern gemeinsam

 

Störungen im Vestibularsystem führen zu größeren Lernschwierigkeiten im Bereich von Legasthenie, Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (ADS), zu ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung). Diese Kinder wechseln ständig zwischen Aufmerksamkeit und Unaufmerksamkeit und brauchen es, sich durch Bewegung zu stimulieren, weil das V-System nicht ausreichend ausgebildet ist.

2014 Bach_BalanzierenBaum

In Waldkindergärten, wo sich die Kinder täglich und bei jedem Wetter vielfältigste bewegen, ist in der Regel das Vestibularsystem sehr gut entwickelt bzw. unterstützt (je nachdem, auf welchem Stand die Kinder im KinderWald eintreten). Das regelmäßige über Felsen und auf Bäume klettern, Hügel hinaufsteigen und hinunterrollen, Hänge bergauf und bergab-Laufen, Hüpfen und auf Baumstämmen-Balancieren führt bestätigterweise zu einer intensiven Ausprägung des Vestibularsystems.

Achtsamkeit im KinderWald

2014 SoFest Schminken3a… immer wieder bemerken wir, dass es letztlich darum geht, in der Arbeit und im Sein mit Kindern auf drei Ebenen „achtsam, anerkennend und aufmerksam“ zu sein.

* Inwiefern gelingt es mir immer mehr, mit mir selbst (als Mutter/Vater bzw. als Pädagogin) wohlwollend und im-Kontakt zu sein?
* Inwiefern gelingt es mir immer mehr, den Kindern das Gefühl zu geben, dass ich sie (als Mutter/Vater bzw. als Pädagogin) und ihre Bedürfnisse wohlwollend wahrnehme?
* Inwiefern gelingt es mir immer mehr, mit meinem/meiner Partner/in bzw. meinen KollegInnen in einer zugewandten, offenen, eingestimmten und unterstützenden Qualität und Bezogenheit zu sein?

Es geht darum, immer wieder das Gefühl mit uns selbst und mit anderen zu leben und erleben, dass wir wertschätzend angenommen werden, wie wir jetzt sind. Das eröffnet die Freiheit, sich immer mehr selbst zu leben bzw. kennenzulernen und achtsam weiterzuentwickeln. Für Kinder und für Erwachsene. Im Wald – einem per se wertungs- und erwartungsfreien Raum – gelingt das meist viel eher.
Auf baldige Achtsamkeit im Wald, enjoy!

Birgit (Obfrau)

 

 

„Da wollen wir hinauf!!!“

2015 Foto Klettern SeilNoch bevor wir die Kinder fragen, wo’s heute hingeht, spüren auch wir BetreuerInnen in der Früh „in uns rein“. „Wo – an welchen Ort, zieht es mich persönlich heute hin?“ Die Lust am Entdecken und Klettern war in mir spürbar. Einige Kinder ließen sich von meiner Begeisterung  anstecken. Schnell holte ich noch ein Seil aus der Hütte und schon ging’s los. Beim Runtergehen in den Wald leuchtete uns ein steiler Sonnenhang an. „Da wollen wir hinauf!“ Und schon hatten die Kinder den wohl steilsten, verwachsensten Weg ausgesucht… Mhm. „Na gut!“

Nach dem ersten steilen Stück, entschieden wir, ein Seil weit oben an einem Baum anzubinden. Das Seil war uns zum Raufziehen sehr dienlich.  Manche Kinder machten auf halbem Wege eine Pause. Sie holten sich eine stärkende Jaus und etwas zu Trinken aus ihren Rucksäcken. Andere Kinder waren schon ganz oben und winkten mit freudigen Gesichtern herunter. Früher oder später waren wir dann alle oben angekommen.

Die Wärme stieg in den Körper, auch die Sonne wärmte und die warme Jacke musste weg. Puh, so warm war es jetzt geworden und durstig waren wir alle. Oben angekommen und kurz verschnauft und gestärkt, erwachte der „Entdeckergeist“ bzw. erwachten „die Entdeckergeister“ von Neuem: Ein umgefallender Wurzelstock ragte wie ein Balkon mit Weitsicht aus der Erde, ein junges Buchenwäldchen lud zum Durchschlängeln ein und ein paar Meter weiter waren wirkliche Klettersteine zu finden- manche sahen aus wie Schiffe und waren vom Moos überwachsen. Eifrig wurde Moss gezupft und so manch winziges Tierchen entdeckt.

Kurz vorm Gehen tauchte noch eine Frage auf: „Was ist da oben – dort wo die Bäume aufhören?“ „Ich bin auch neugierig, lasst uns nachschauen!“ „JA!“

Ich war ganz hinten und hörte die Kinder meinen Namen rufen – ganz schön aufgeregt. Als ich hochkam, standen sie alle versammelt auf einer großen Wiese und überlegten hin und her wo sie nun sein könnten. „Ist das dort der Exenschläger? Welche Strasse führt da vorbei und ist das der Bauer den wir einmal besucht haben?…“ 2015 Klettern gemeinsam

Elli, bitte, bitte, bitte dürfen wir über die ganze Wiese bis zum Bürgersteig laufen? Und auch das taten wir. Einmal hin und wieder zurück in den Wald, denn für uns war es nun an der Zeit, den Rückweg anzutreten! Was für ein erfüllender und anstrengender Tag!

Elli Braunschmid,
KinderWald-Begleiterin

KinderWald-Kinder und das Klettern…

Beim Klettern…

…vertrauen wir uns ganz der Erde, den Ästen und Bäumen und Steinen an und tanken tiefe Kraft.
…erleben wir, unsere eigenen Kräfte einzusetzen, sehen und spüren jeden Schritt den wir gewagt haben.
…strecken wir uns eine hilfreiche Hand entgegen, stärken uns, fühlen mit, beobachten, lernen voneinander.
…lernen wir unsere Grenzen kennen. Das kann frustrierend, spannend, atemberaubend, aufregend, schweißtreibend sein und uns tiefe Freude uns Selbststärkung spüren lassen.
…können wir innerlich das feiern, was wir erreicht haben, innehalten und dabei träumen, wie weit es wohl beim nächsten Mal geht.
…erklimmen wir Felsen, Bäume, Sträucher, Erdhänge, Wurzelstöcke, Zäune, umgefallene Baumkronen…. und entdecken dabei Naturschätze, vielfältige Lebewesen und Tierbehausungen, Wohnungen, Verstecke, Moosplätze….

„So würden wir Erwachsenen es nüchtern bezeichnen“, doch „im Spiel“ und dank der kindlichen Fantasie kann das alles wohl noch viel viel mehr sein, als „nur das“.

(Elli Braunschmid, KinderWald-Begleiterin)

Hurra, Hurra, der Winter der ist da!!!

2015 schneeIm Dezember dachten wir noch, dass der Herbst dieses Jahr wohl nahtlos in den Frühling übergehen würde und dann, gleich nach den Ferien, hat es uns echt VOLL ERWISCHT!!!

S C H N E E   O L É !!! J U C H E E E !!!

Und gleich richtig viel davon!!! Nachdem die ersten Tage richtig ausgiebig gerutscht, gerodelt und „gewutzelt“ J  wurde, bescherten uns die Sonnenstrahlen den perfekten „Bauschnee“  und wir konnten uns ans Schneemann/-frau/-kind-Bauen und auch ans Iglu-Bauen machen… Das Ergebnis kann sich nach über einer Woche immer noch sehen lassen:

Fotos folgen in Bälde, versprochen!!!

Einige Kinder bauten sogar ein Schneeorchester!!! Doch … noch bevor wir es dokumentieren konnten, wurde es auch schon wieder vom nächsten Schneegestöber verschluckt 🙁 Wie gut, dass wir an solch klirrend-kalten Wintertagen in der „Hitze des Schneegefechts“ kaum Zeit zum Frieren haben!!! Und wenn’s dann doch der einen oder dem anderen mal gar zu kalt ist, dann wärmen uns unsere Faschingstänze wieder auf!!! J An jedem neuen Tag sieht unser Wald wieder ein bisschen anders aus. Hinter jeder neuen Schneewehe könnte sich etwas Ungeahntes, Geheimnisvolles verbergen… „Wo führen denn diese Spuren hin?“ …  „Was ist da wohl im Schnee vergraben?“ …  „Wohin ist bloß unser Weg verschwunden?“ … Fragen wie diese machen unsere Schneetage so richtig spannend! Wo sonst kann man so viele neue, eigene Wege an einem Tag gehen und dabei ECHT klar sichtbare Spuren hinterlassen, wie im frisch verschneiten Kinderwald? Jeder Tag beschenkt uns mit neuen Schnee-Abenteuern, kulinarischen Eiszapfen-Spezialitäten (ehrlich, wir essen nur die ganz sauberen 😉 und neuen Formen von Winterfreude und wir freuen uns auf – hoffentlich – viele weitere tiefwinterliche Tage!!!  J

Von Julie
(KinderWald-Begleiterin)

Vorweihnachtliches Kerzleinziehen

2015 kerzenziehen1

Es ist schon wirklich recht fein, was sich unsere Begleiterinnen jedes Jahr an Neuem, noch-nicht-Dagewesenem einfallen lassen! Ein hohes Lob auf den Entdeckerinnen- und Experimentiergeist an dieser Stelle!!!

Heuer war es das vorweihnachtliche Kerzenziehen von Bienenwachskerzen. Ok, klar, von der ersten enthusiastischen Idee bis zur tatsächlich mit den z.T. sehr jungen Kindern realisierbaren Umsetzung war es nötig, ein paar Schichten Romantik wegzureduzieren.

Aber dann war’s ein Abenteuer des – je nach Ausdauer und Lust – vertieften Tuns. Da gab es verschiedene Ausprägungen:

2015 kerzenziehen5

Manche 3-Jährige haben ihren Docht sicher 50-100 Mal eingetaucht, bis daraus eine dicke fette Bienenwachskerze wurde. Die erste ihres Lebens! Andere haben sich eher auf Quantität & Qualität konzentriert (man will ja auch als Kind schon was zum Herschenken haben. Da braucht’s dann schon einen Plan, wieviele Kerzen gemacht werden sollen, damit alle Liebsten mit je einer Herzenskerze beschenkt werden können).

Wiederum andere haben das Kerzenziehen probiert, waren erstaunt ob des sich zeigenden Produkts und zogen dann wieder weiter.

2015 kerzenziehen2

Danke an unsere Begleiterinnen, dass sie sich nicht von etwaigen Sicherheitsgedanken abschrecken ließen (heißes, flüssiges Wachs…), dieses Projekt durchzuführen!!! Es war ein Geschenk für die Kinder und zugleich für viele Mamas, Papas, Omas, Opas, Geschwister…, die reichlich mit Bienenwachskerzlein beschenkt wurden.

2015 kerzenziehen4       Schöne Adventszeit!
Birgit (Obfrau)

Impressionen vom Sommerfest 2014

Wirklich, ich komme einfach ins Schwärmen, wenn ich mich an unser SommerFest erinnere. Es war wieder so eine Fülle an Besonderem diesmal. Einerseits wurden mit viel Wehmut und auch Tränen unsere SchulanfängerInnen und zum Teil Pionierkinder aus dem KinderWald verabschiedet. Sie schritten mit ihren Eltern symbolisch und von Gesang begleitet durch unseren Torbogen aus dem KinderWald raus. Und jedes Kind erhielt einen mit ganz viel Liebe und stimmigen Details gemachten, individuellen Wald-Traumfänger zur ewigen Erinnerung an diese besondere Zeit. Schnief.2014 SoFest VerabschiedungViele der Eltern hatten sich mit eigenen Beiträgen eingebracht – ein echt riesiges DANKE an dieser Stelle!!! Und auch bei den Kindern war diesmal im Vorfeld des Festes entstanden, das sich – einfach, weil’s dann reif war – herzeigen ließ: Ein Zirkus. Nachdem Zirkus die meisten Kinder echt facettenreich über Monate hinweg beschäftigt hatte, war es für unsere Begleiterinnen irgendwie naheliegend… Sie haben uns gemeinsam mit den Kindern eine echt rührende, spannende und lustige Vorführung geboten. Danke!!! Da waren ein echter Clown (!!!) …

2014 SoFest Clown3und eine (echte!!!) Zirkusdirektorin…

2014 SoFest ZirkDir

2014 SoFest Brücke… es krochen Riesenschlangen unter Brücken durch…

2014 SoFest Seile

… es gab diverse Seilkonstruktionen für Kinder… und auch Acroyoga!

2014 SoFest Zuseher

… da war wirklich für Jung und Älter einiges dabei! Sonst noch zu erleben gab’s den Verkaufsstand „mit Liebe Selbstgerechtes“, an dem es von KinderWald-Müttern hingebungsvoll Genähte und Gehäkelte Unikate an Kinderkleidung zu erstehen gab. Besten Dank an dieser Stelle an die werkelnden Mütter (Birgit, Doris, Sarah und Anni!) UND an den Stoffshop „Kraftstoff – für deine Nähideen“ aus Wels (http://www.kraftstoff.co.at), der uns mit genialen Biostoffen unterstützte!!!  Es gab einen Bio-Obst-Gemüse-Verkaufsstand der Kinder (mit freundlicher Unterstützung von Bio-Achleitner und Leisenhof). Mit den Einnahmen können die Kinder wieder Materialien für Ihr Tun im KinderWald anschaffen. DankeDankeDanke!!!

2014 SoFest Verkauf2014 SoFest Gemüsestand

Es gab auch wieder eine Kinderschminkstation zum Geschminkt-Werden oder Selberschminken.

2014 SoFest Schminken2

2014 SoFest Schminken3a

   Und allerlei Köstlichkeiten am Buffet (danke an die eifrigen KöchInnen, KellnerInnen, EinkäuferInnen und EntsorgerInnen unter Euch Eltern!!!) sowie Stockbrotgrillen gab’s auch wieder:

2014 SoFest Stockbrot

Auch der Werkstattplatz bot für manche echt Spannendes… 😉

2014 SoFest Werkstatt

Und Manche fanden Ihr tiefes Glück abseits des Trubels:

2014 SoFest leise

     … und es gab viele glückliche, genussvolle und innige Momente:

2014 SoFest MuKi1

2014 SoFest MuKind4

2014 SoFest Musik

2014 SoFest Musik1

… und eine wunderbare musikalische Umrahmung gab’s auch wieder. Danke an Günter, Daniela und alle, die uns einen so feinen musikalischen Rahmen geboten haben.

Gebärdenunterstützte Kommunikation im KinderWald

Durch Kommunikation gestalten wir unsere Beziehungen. Indem wir miteinander reden, lernen wir uns und andere besser kennen. Um ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ist es wichtig, die eigenen Wünsche der Lebensgestaltung differenziert ausdrücken zu können. Schon sehr früh lernt ein Kind, dass es durch Kommunikation seine Umwelt verändern und beeinflussen kann. Ein Kind, welches immer wieder die Erfahrung macht, dass es falsch verstanden oder in seinen Äußerungen nicht beachtet wird, kann sehr frustriert werden. Zur Bewältigung der Situation bleiben ihm nur wenige Möglichkeiten: Kommunikationsbemühungen werden über kurz oder lang eingeschränkt oder eingestellt. Oder es wird versucht durch herausforderndes, provozierendes oder aggressives Verhalten seine Umwelt zu beeinflussen, um der Frustration Ausdruck zu verleihen. Es gibt unterschiedliche Gründe, wie es dazu kommt, dass sich ein Mensch nicht lautsprachlich mitteilen kann. Kommunikation ist etwas, das jeder als selbstverständlich betrachtet. Kinder die sprechen können, sagen mit wem sie spielen möchten, fragen einen Besucher nach seinem Namen oder äußern einfach nur das Befinden. Kinder mit fehlender oder nicht ausreichender Sprachmöglichkeit können oft nicht sagen oder zeigen was sie gerade beschäftigt und was sie noch über ein Thema wissen möchten. Und selbst wenn es nicht das erhält was es gerne möchte, so hat es doch wenigsten geäußert, was es will.

Im Jahr 2004 startete das Diakonie Zentrum Spattstrasse unter der Leitung von Mag.(FH) Andrea Boxhofer (Logopädin) das Pilotprojekt „Frühe – Kommunikations – Förderung“ zur Unterstützung von Familien mit nichtsprechenden Kindern im Alter von zwei bis sieben Jahren. Unterstützte Kommunikation (UK) ist ein sonder- und heilpädagogisches sowie therapeutisches Konzept zur Entfaltung bestmöglicher, individueller Kommunikationsaktivitäten. Für Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerung unklarer oder auch bekannter Ursache ist die Unterstützte Kommunikation ein weltweit anerkannter Weg, um mit der Umwelt in Kontakt und Interaktion treten zu können. Unterstützte Kommunikation umfasst eine Begleitung der Lautsprache mit Gebärden (in der UK die oberösterreichischen, teilweise vereinfachten Gebärden), Kärtchen oder elektronischen Medien. UK NutzerInnen, die die Lautsprache nicht im ausreichenden Maße erwerben, können über diese Brücke an gebärdensprachliche Strukturen herangeführt werden, um ihnen den Weg zu einem alternativen, linguistisch vollwertigen Sprachsystem zu eröffnen. Es geht in der Unterstützten Kommunikation darum, die wichtigsten Schlüsselwörter des Satzes bewusst und konsequent mit der Gebärde zu unterstreichen.

Seit September 2013 besucht Finn-Franziskus den Kinderwald. Finn ist mittlerweile viereinhalb Jahre alt und seit seinem ersten Lebensjahr begleitet ihn die Diagnose „Alternierende Hemiplegie im Kindesalter“. Ungefähr alle drei Wochen spürt Finn plötzlich seinen linken Arm und/oder sein linkes Bein nicht mehr. Diese Phase kann von Stunden über mehrere Tage andauern. In dieser Zeit ist es für Finn nicht so leicht den Alltag zu meistern, jedoch ist er ein kleiner – aber eigentlich ein GANZ GROSSER Kämpfer 😉 – Anm. der Mutter, denn selbst in diesen Zeiten ist er immer guter Dinge, freut sich auf den Kinderwald, auf Elli und Gerti, auf die Kinder und auf die Stimmen der Natur. Er möchte sich auch seinen Rucksack selbst tragen, auch wenn es noch so schwierig scheint. Finn – Franziskus spricht auch noch ganz wenig, möglich dass es eine Begleiterscheinung seiner Erkrankung ist… Genau weiß das bis jetzt niemand, denn zwei Kinder in Österreich und hundertfünfzig europaweit leiden an AHC. Und wie Kinder nun mal sind, KEIN Kind gleicht dem Anderen und sie ist lt. Dr. Rosewich Hendrik – (FA für Kinder- und Jugendneurologie im Uniklinikum Göttingen, forscht seit zehn Jahren an AHC ) – die variabelste Erkrankung, die ihm bisher bekannt ist. Als Finn zweieinhalb Jahre alt war begannen wir mit der Unterstützten Kommunikation, und Woche für Woche kam Andrea Leonhardsberger zu uns nach Hause als seine „Frühförderin in der UK“. Sie brachte die spannendsten Dinge für Finn mit, verwendete die einfachsten Gebärden, doch Finn interessierte sich anfänglich nicht dafür. Viiiiieeeel spannender fand er die Traktoren und Fahrzeuge die sich auch noch in Andreas‘ Tasche versteckten.

Überzeugt von der Idee und der Notwendigkeit der UK blieben wir als Eltern konsequent dran und ließen immer mehr Gebärden in unser Leben fließen. Und als in einem Urlaub ein Traktor mit Anhänger unseren Weg kreuzte (wir praktizierten schon ungefähr ein halbes Jahr die UK) zeigte Finn uns unvermittelt, voller Freude und mit einem unbeschreiblichen Strahlen in den Augen spontan die Gebärde für Anhänger. Die Freude in uns war riesengroß, die Überraschung stand uns förmlich ins Gesicht geschrieben. Als ich Finn ́s Entdeckung mit: „Ah, du hast diesen Traktor gesehen und zeigst ihn uns!“, kommentierte strahlte er noch mehr, wirkte zufrieden und entspannt. Er wurde verstanden. Zu Tränen gerührt und das Herz voll Zuversicht arbeitete ich ab diesem Zeitpunkt noch intensiver als je zuvor an meinem Gebärdenwortschatz, um in jeder Situation die passende Gebärde für Finn parat zu haben. Mittlerweile ist Finn auf dem sprachlichen Entwicklungsstand von ungefähr zwei Jahren. Er verwendet die Gebärden in seinem vertrauten Umfeld. Der Kinderwald gehört immer mehr zu Finns vertrautem Umfeld.

An dieser Stelle ist es nun ENDLICH mal Zeit DANKE zu sagen. Unsere Betreuerinnen Elli, Gerti, Lena, Riki und Julia sind alle vier sehr motiviert, gemeinsam mit uns, mit Finn, unserer Logopädin Angelika Riener und Finns Frühförderin Andrea Leonhardsberger an der Gebärdenunterstützten Kommunikation zu arbeiten. Im Kinderwald wollen wir inklusiv tätig sein, daher ist es uns auch wichtig, dass die Kinder der Gruppe bilingual begleitet werden und nicht nur Finn als „Kind mit besonderen Bedürfnissen“ mit Gebärden begleitet wird… Nur so haben sie auch die Chance Finns Gebärden, und somit das, was er lautsprachlich nicht sagen kann dafür mit den Händen zeigt, auch ZU VERSTEHEN, Finn zu verstehen.

Wir wissen sehr genau, dass es am Anfang nicht einfach ist, im Alltag mit den Kindern die wichtigsten Gebärden einfließen zu lassen. Die Kinder werden sich vielleicht anfangs fragen: „Wieso verwendest du Gebärden wenn du mit mir sprichst? Ich versteh dich ja eh…?“ Aber genau darum geht ́s. Nur wenn auch Finns Umfeld seine Gebärden kennt, können sie verstehen, sehen, was er sagen bzw. zeigen möchte.

Kinder lernen in und von der Gemeinschaft – im Kindergarten, in der Schule und in der Familie.! Die Kinder und die Betreuerinnen verbringen sehr viel Zeit miteinander, sie können mit Hilfe ihrer Bereitschaft die Gebärdern der GuK zu lernen, wesentlich dazu beitragen frustrierende Kommunikationsfehlschläge und somit Gefühle wie „ich werd ohnehin nicht verstanden“, zu verringern. Die Gebärden werden von den Kindern, v.a. von den jüngeren Kindern interessiert angenommen, es ist eine natürliche Sprache die selbst Babys und Kleinkinder spontan und instinktiv vereinfacht verwenden.

Ein besonderes Anliegen der UK ist, dass die Betroffenen, ihre Angehörigen, die pädagogischen MitarbeiterInnen, die BegleiterInnen gemeinsam ein Kommunikationssystem aufbauen, das dem unterstützt Kommunizierenden die gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Es geht nicht darum, dass alle Gesprächspartner therapeutisch tätig werden, sondern dass die therapeutischen Maßnahmen der UK in den Alltag getragen, konsequent einheitlich umgesetzt und damit wirksam werden.

Anfangs wurde die Kommunikation von uns eingebracht und von den Betreuerinnen engagiert umgesetzt. Nun hat sich nach langer Wartezeit die Möglichkeit ergeben, dass erstmal eine Betreuerin (Elli) ab 22.09.2014 gemeinsam mit Franz (Vater von Finn) den Grundkurs der Gebärdenunterstützten Kommunikation im Institut für Sinnes- und Sprachneurologie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder besuchen kann und ich bin zuversichtlich, dass sowohl Finn als auch all` unsere KinderWaldkinder davon profitieren werden. !
DANKE!!!

Birgit Laister (Mutter von Finn-Franziskus und Flora-Marie, Vereinsmitglied)!

Literatur:!
UK & Forschung 2 (www.vonLoeper.de/uk)!
Unterstützte Kommunikation -Ein Ratgeber für Eltern, Angehörige sowie Therapeuten und Pädagogen, 3. Auflage (Schulz Kirchner Verlag)!
Jetzt sag ich ́s dir auf meine Weise ! Erste Schritte in Unterstützter Kommunikation mit Kindern (Loeper Fachbuch )!
für Interessierte sind die meisten Gebärden auf folgendem Videoportal nachzuschlagen.http://www.uk-ooe.at/index.php?id=186!

Auftanken im KleinKinderWald

Gemeinsames Innehalten

Gemeinsames Innehalten

Wenn Kinder werkeln, versinken und tun und Eltern sitzen, schlendern, durchatmen und die Natur genießen … dann entsteht viel von dem, wonach wir uns als Eltern im Alltag oft so sehr sehen.:
Ich bin entspannt, du bist entspannt.

Was vorher noch schwierig schien, ist jetzt vielleicht kein Thema mehr. Und falls es doch wieder schwierig wird, können Eltern und Kinder „dasjenige, welches“ gestärkt und ausgeglichen durch das Einatmen der Natur meist leichter nehmen 😉

Im Vordergrund der Gruppe steht beides:
das entdeckende Tun der Kinder und das Einnehmen
einer anderen, leichteren, entspannteren Position der Erwachsenen.

Am kleinen Bach

Am kleinen Bach

Der längste Stock meines Lebens!

Der längste Stock meines Lebens!

Wer weiß, vielleicht lässt sich ja das eine oder andere in den Alltag übertragen…

Unsere wöchentliche Eltern-Kind-Gruppe bieten wir heuer in Kooperation mit dem EKIZ rundum an. Als Begleiterinnen einfühlsam mit von der Partie sind diesmal Daniela, Elisabeth, Lisa und ich.

Waldküche

Waldküche

Im Anschluss an die Gruppe wird gemeinsam gejausnet und genossen.

Picknick im Baumschatten

Picknick im Baumschatten

 Merci an Euch alle: Kinder, Eltern, Team und schönes Wetter!!!

Gekochtes Abenteuer: Brennesselchips & Co

2014 BrennesselnKind: „Mama, ich hab heute Brennesseln gegessen!!!“ (… das Kind grinst stolz und selbst noch beeindruckt ob der mutigen Tat)
Mutter: „Wie bitte, was? Wie geht denn das?“
Ganz einfach, sagt unsere Begleiterin Elli, die sich heuer den Arbeitsschwerpunkt „Wald- und Naturküche“ gesetzt hat. Ich hoffe, sie wird in Bälde ihre Fotos und auch ein paar Worte hier dazu beisteuern 😉
Vorweg sei gesagt: Die Bandbreite der „waldinarischen Genüsse“, die die Kinder mit Elli zaubern, reicht inzwischen von Bärlauchsuppe über Holunder- und Robinienkrapferl und Holundersirup bis hin zu gebackenem Parasolpilz sowie Salbei- und eben sogar Brennesselchips. Wie gekocht wird? Mit unserer Feuerschale, dem Dreibein im hängenden Topf – mit vollem Einsatz. Ich muss gestehen, ich hätte sie auch gern gekostet, die Brennesselchips, um dann von dem erhebenden Gefühl berichten zu können, ganz unerschrocken Brennesseln gegessen zu haben 😉
Es lebe die KinderWald-Küche!
Prost-Mahlzeit 😉 cropped-2013-Holunder101.jpg
P.S: mehr siehe www.wildkraeuter.de